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Eine Neue Schule wählen

Diesen Artikel schreibe ich aus aktuellem Anlass.


 

Wir stehen jetzt bei unserer Tochter Vanessa vor der Entscheidung auf welche Schule sie in Zukunft gehen wird. Eine - wie ich finde - sehr wichtige Entscheidung, denn hier werden wesentliche Grundsteine für ihren weiteren Weg gelegt.

 

Nach welchen Kriterien sucht man nun die „richtige“ Schule für sein Kind aus?

 

Die Zeit der Schulsprengel ist ja schon lange Geschichte. Ach und ich schreibe diesen Artikel nicht um das österreichische Schulsystem anzuprangern. Da würde ein Blogartikel nicht ausreichen!

Also wo sollten die Schwerpunkte bei der Wahl der richtigen Schule liegen? Diese Entscheidung steht für uns nun schon zum dritten Mal an. (Für die, die uns noch nicht kennen: Vanessa hat noch 2 ältere und einen jüngeren Bruder.) Ich bin jedes Mal entsetzt nach welchen Kriterien andere Familien ihre Wahl treffen. Wenn ich mich mit anderen Eltern unterhalten habe, kamen die wildesten und absurdesten Argumente für oder gegen eine Schule.

Beispiele gefällig? Gerne


 

Zu viele Ausländer, da lernen unsere Kinder doch nichts mehr!

 

In diese Schule gehen nur die Besseren, hier hat das Kind nur mit dem richtigen Namen gute Noten!

 

Die Schule ist zu teuer!

 

Was eine staatliche Schule????

 

Diese Schule ist zu alt, den Lehrer hatte ich schon vor xy Jahren!

 

Die Schule ist viel zu modern, die wissen doch gar nicht was sie machen!

 

Diese Schule hat das falsche Konzept!

 

Diese Schule hat gar kein Konzept! 

 

Das war ein kleiner Einblick in meine Gespräche mit anderen Eltern in den letzten Wochen. Und wenn ihr jetzt schon den Kopf schüttelt, glaubt mir - das ist noch harmlos.

 

 

Aber was für mich unschlagbar war, war die Reaktion auf meine Antwort auf die Frage: „Und wohin geht dein Kind?“

 

„Ich weiß es nicht, er/sie hat sich noch nicht entschieden!“

 

Könnt ihr auch hören wie die Kinnladen runterfallen?

 

Ja - spätestens jetzt waren alle Blicke auf mich gerichtet.

 

Lasst die Spiele beginnen!


 

Jetzt ging das große Argumentieren los, warum diese Schule gut und jene Schule schlecht ist. Besonders schlimm fand ich die Aussage:“ Für uns gab es keine Alternative, es kommt nur diese Schule in Frage.“
Aha ok, und danach, wo soll er/sie dann studieren oder soll er/sie doch lieber eine Lehre machen und vielleicht in den elterlichen Betrieb übernehmen? Den Partner, aus der Familie SOWIESO heiraten und ein paar Kinder bekommen. Oh Gott – ehrlich sorry; mir wird gerade schlecht.

 

Wenn man mich fragt, was meine Kinder später mal werden sollen, antworte ich immer das Gleiche:

 

Glücklich, wenn sie es noch nicht sind!“

 

 

Außerdem ist für mich wichtig, dass meine Kinder selbstbewusst und vor allem selbstbestimmt groß werden. Klar, so große Veränderungen, wie eine neue Schule, besprechen wir gemeinsam, aber mal ehrlich, letztendlich müssen sie sich in diesem System einigermaßen wohlfühlen. Davon abgesehen ist es vielleicht unser eigenes Ego, das unsere Entscheidung beeinflusst. Lassen wir nicht allzu oft unsere eigenen (nicht erfüllten) Wünsche und Träume in die Wahl (für) unsere(r) Kinder einfließen? Ist die Enttäuschung gar zu groß, wenn die Sprösslinge nicht in unsere Fußstapfen treten wollen?

 

Warum ich meinen Kindern zutraue, dass sie die richtige Entscheidung treffen?


Wie bereits erwähnt, wachsen meine Kids sehr selbstbestimmt auf. Sätze wie: “Du schaffst das schon.“ Oder: “Ich vertraue dir.“ gehören zur Tagesordnung. Auch ist es wichtig, dass wir absolut ehrlich zueinander sind. Das heißt meine Kinder haben gelernt ihre Meinung zu äußern und tun dies auch (oft lautstark!). Und was – so glaube ich - extrem wichtig ist, sie werden ernst genommen! Ich mache ihnen Mut an sich zu glauben und fördere so ihre eigene

Meine Lieben -  Alter ist keine Leistung! Darauf sollte sich niemand etwas einbilden


 

Nur weil ein Kind kleiner oder jünger ist, bedeutet das nicht, dass man es als Mensch zweiter Klasse behandeln darf. Ich kenne Erwachsene die rhetorisch nicht mal halb so viel drauf haben wie meine Kinder. Die wahrscheinlich nicht mal wissen was Rhetorik ist. Und ganz ehrlich solchen Menschen erkläre ich auch nicht wieso meine Kinder selbst entscheiden können wie ihr Weg weiter verläuft.

 

 

Zuerst wollte ich euch noch eine Checkliste mit auf den Weg geben. Um euch die Entscheidung leichter zu machen. Aber die gibt es wie Sand am Meer. Und wie gesagt - jeder hat andere Ansichten und andere Schwerpunkte. Deshalb ersparen wir uns das mal. Was ich euch aber auf alle Fälle mit auf den Weg geben will, ist ein gut gemeinter Rat. Hört auf eure Kids! Fragt sie, was für sie wichtig ist bei der Schulwahl. Es ist ein wichtiger Moment im Leben eurer Kinder - vergesst nicht, dass sie die Hauptrolle spielen und bezieht sie in die Schulwahl unbedingt mit ein.

 


 

So ihr Lieben - für uns steht also bald Latein auf dem Curriculum! Vanessa hat sich fürs Gymnasium entschieden und ich freue mich schon aufs Vokabeln lernen….

 

Ich sage bis dann dann

 

Eure Claudia