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Passwort: Quecksilber

Meine Methode um in der Öffentlichkeit RESPEKTVOLL „Stopp“ zu meinen Kindern zu sagen.

 

Was Passwort? Ja sind wir jetzt bei der CIA?

 

Nein meine Lieben, keine Sorge, ihr seid immer noch bei 4-Mama-Live.

 

In einem meiner ersten Artikel habe ich euch meine Tipps und Tricks zum Einkaufen für meine große Rasselbande verraten (Einkaufen kann auch einfach sein) In diesem Artikel habe ich ganz kurz erwähnt, dass ich in gewissen Situationen ein Passwort verwende. Wieso? Weshalb? Warum? - Das erkläre ich euch heute.

 

 

 

 

Wir alle wollen respektvoll behandelt werden - ob im Beruf, unter Freunden, von Fremden sowieso. Aber auch in der Familie. Wir haben Werte, die wir unseren Kindern weitergeben wollen. Respektvoller Umgang ist einer davon. Nun bin ich der Meinung, dass wir als Erwachsene auch unseren Kindern gegenüber genau diesen Respekt entgegenbringen müssen.

 

Ich kann mich noch GUT an den mahnenden Finger meiner Mutter erinnern, wenn sie bis 3 gezählt und gedroht hat „Wenn du nicht……., dann …….!“

 

Und ganz ehrlich? Mir ging es dabei immer schlecht, ich habe mich klein und allein gefühlt. Ich hatte in dem Moment keinen Respektvor ihr…nein, ich hatte Angst. Je älter ich wurde, desto mehr verlor ich den Respekt vor meiner Mutter - und auch die Angst, denn meist passierte eh nichts, alles nur leere Drohungen. Aber die Erinnerung an das Gefühl von damals, die bleibt.

 

Nun bin ich an der Reihe

 

Zunächst mal will ich ehrlich mit euch sein: Also ich gestehe, auch ich habe schon das ein oder andere Mal den Finger erhoben. Und beinahe im selben Moment kam der Flashback und das blöde Gefühl von damals war wieder da. Nun sind wir Menschen ja bekanntlich Gewohnheitstiere und kommen nur schwer aus alten Mustern raus. Aber das sollte keine Ausrede sein, ich wollte etwas ändern - für meine Kinder und auch für mich. Also habe ich mich auf die Suche gemacht und verschiedene Dinge versucht, um den Umgang mit meinen Kindern respektvoller werden zu lassen auch in Situationen, in denen ich als Mama mal streng sein muss.

 

 

Kinder sind impulsive kleine Wunderwesen, die die Welt auf ihrer eigenen Art erfahren und da kann es schon mal sein, dass ein Schrei einfach mal raus muss, weil zum Stressabbau einfach noch keine befriedigenderen Bewältigungsstrategien vorhanden sind. Wenn dann noch der Bruder ärgert, dann kann das schon mal eskalieren. Nun wenn man in den eigenen vier Wänden ist lässt man seinen Frust halt einfach raus und gut ist. An der Supermarktkasse geht das aber nicht. Zumindest möchte ich nicht, dass sich meine Kinder in der Öffentlichkeit an die Gurgel gehen... Jetzt wäre die NORMALE ODER ALTBEKANNTE REAKTION: Schimpfen und/oder mit Strafen drohen.

 

Bei uns nicht!

 

Wenn ich merke, dass die Emotionen überkochen und die Situation zu eskalieren droht, verwende ich unser Passwort. Ich habe das natürlich vorher mit meinen Kindern besprochen. Wir haben uns gemeinsam überlegt, wann so ein Passwort denn eingesetzt werden soll / darf. Denn es bringt nichts dieses Passwort bei jeder Möglichkeit zu verwenden und dann vielleicht noch den Finger zu heben. Also überlegt euch mit euren Kids gemeinsam das „wann“ und „wieso“. Überlegt wann es ihnen unangenehm, werden kann, wenn Mama streng werden muss.

 

 

Übrigens würde ich sagen, dass man diese „Methode“ in etwa um die Einschulung rum einführen kann. Meine waren schon älter als ich die Methode für uns entdeckt habe. Also schreibt mir gerne eure Meinung dazu.

 

Nun zum Wort selbst!

 

Wähl es mit Bedacht. Wir haben uns für QUECKSILBER entschieden weil:

 

Quecksilber war ein wichtiger Bestandteil in alten Fiberthermometern. War die Körpertemperatur erhöht, stieg auch das Quecksilber. Und genau so ist es mit den Gefühlen - steigt die Wut, der Zorn usw. zeigt Quecksilber dem Kind, dass die Situation zu heiß wird. Außerdem kommt kein anderer Mensch darauf, dass wir dieses Wort jetzt quasi als „Schimpfersatz“ verwenden

 

 

Es wird bitte - UND DAS IST GANZ WICHTIG - ohne jede Emotion oder Geste, also absolut wertfrei, eingesetzt. Ist es ausgesprochen und die beteiligten Personen haben sich wieder beruhigt, HAT SICH DAS THEMA ERLEDIGT. Liebe Eltern: spart euch Bemerkungen wie „Na siehst du, geht doch!“ oder „Wieso nicht gleich so?“ Das ist nämlich genau so doof, wie den Finger zu heben.

 

 

Gerade bei den Kleineren kann es schon mal etwas dauern bis sie verstehen, dass das kein Spaß ist. Und der Mensch lernt durch Erfahrungen und die Wiederholung.

 

So ihr Lieben, habt Respekt voreinander!

 

Bis dann dann
eure Claudia     

 

 

 

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