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Du bist ruhig, wenn die Erwachsene reden

Mit meiner „Methode“ kommt jedes Kind zu Wort - ohne das Gespräch der Erwachsenen zu stören


 

Wer von euch hat das auch immer zu hören bekommen? „Man spricht nicht rein, wenn Erwachsene sich unterhalten!“ Solche Sätze waren in meiner Kindheit ganz normal und es wäre keinem in den Sinn gekommen, dass so etwas genauso respektlos ist, wie in ein laufendes Gespräch reinzureden. Und meistens kam dann noch ein überlegenes Grinsen hinterher. Tolles Gefühl, wenn man Etwas ganz Wichtiges zu sagen oder eine Frage hatte und einfach überhört wurde. Ja - das stärkt das Selbstbewusstsein eines heranwachsenden Menschen ungemein…

 

 

Ich ertappe mich heute noch dabei, dass ich eigentlich etwas zu einem Thema sagen möchte - und es dann aber doch lasse, weil ich ja den anderen nicht in seinem Redefluss stören will. Ergo bin ich eine SUPER ZUHÖRERERIN! Ich arbeite daran. Immerhin beim Schreiben kann ich „sagen“ was ich will und so lange ich es will.

 

Aber es gehört natürlich auch zum guten Ton ein laufendes Gespräch nicht zu stören. Und das Gegenüber ausreden zu lassen. Aber wenn nun etwas ganz Wichtiges passiert ist oder eine Frage im Raum steht, deren Beantwortung für das Kind immens wichtig ist, muss es doch rein quatschen. Oder vielleicht doch nicht? Ich sage nein, denn es gibt eine Methode, die für beide Seiten als sehr angenehm und respektvoll empfunden wird. Und die will ich euch heute vorstellen.

 

 

Bei uns lief es früher so wie wahrscheinlich in 95% der Familien. Wenn ich mich mit jemandem unterhalten habe, kam tausendprozentig eines meiner Kinder, um mich etwas zu fragen oder mir etwas - für ihn oder sie ganz Wichtiges - mitzuteilen. Also wurde drauf los gequatscht - egal wie wichtig das Gespräch der Erwachsenen gerade war. Auch ganz klassisch: beim Telefonieren. Wenn man mit einer Freundin oder jemandem aus der Familie redet, dann ist das ja noch ok. Schwierig wird es jedoch, wenn man ein geschäftliches Gespräch führt oder eine wichtige Nachricht bekommt der man aufmerksam lauschen sollte. Auch mir ist da schon mal die Hutschnur hochgerutscht und ich habe mich dabei erwischt, wie ich mein Kind getadelt habe. Und kurz darauf da sieht man dann das kleine Gesicht mit dem traurigen Blick, hat ein schlechtes Gewissen und möchte es wieder gut machen. Man nimmt sich die Zeit um zuzuhören - nur dann will das Kind vielleicht nicht mehr und irgendwann hört man dann „Ist nicht so wichtig“ oder „Du hörst mir sowieso nie zu.“

 

Wie handhabe ich es also mit meinen Kindern?

 

Nun, wenn ich mich gerade unterhalte und eines meiner Kinder muss mir etwas mitteilen, legt sie oder er mir die Hand auf den Oberarm und wartet. So signalisiert sie / er mir: „Mama ich brauche dich, ich muss mit dir reden.“ Nun bin ich an der Reihe: entweder reagiere ich sofort und frage, was mein Kind braucht. Wenn das Gespräch gerade sehr wichtig ist und ich es nicht unterbrechen kann, lege ich meine Hand auf die Hand meines Kindes. So signalisiere ich „Ich habe dich wahrgenommen und bin gleich ganz bei dir.“

 

 

Auch bei uns funktioniert es nicht immer, schließlich sind Kinder kleine impulsive Wunderwesen und manchmal kann man einfach nicht warten und die Worte platzen einfach raus. Aber mit der Zeit und der Beständigkeit der Erwachsenen lernen Kinder schnell. Also nicht gleich aufgeben, sondern am Ball bleiben. Je eher man damit anfängt - ich würde sagen um die Einschulung rum -, desto normaler und selbstverständlicher wird diese Handlung und so kann sie schnell in den Familienalltag etabliert werden. 

 

 

Habt ihr noch Tipps für mich für einen respektvollen Umgang zwischen Erwachsenen und Kindern?

 

Lasst es mich wissen

 

Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt mir „zuzuhören“ 😊

 

Bis dann dann
eure Claudia

 

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